Am 23. und 24. Oktober findet in Rom und online das Seminar der Apostolischen Pönitentiarie über die contritio cordis statt. Ein Fortbildungsangebot für alle Gläubigen, mit besonderem Augenmerk auf die Laien
Die «Waffen des Stolzes» niederlegen. Sich immer wieder durch Gottes Vergebung erneuern lassen. «Im täglichen Leben» zu Wegbereitern der Versöhnung werden. Das ist der Weg, den Leo XIV. weist: «Nur ein versöhnter Mensch ist imstande, unbewaffnet zu leben und entwaffnend zu wirken.»
Diese Worte helfen, den Sinn der neuen Ausgabe des Fortbildungsseminars „Das Sakrament der Versöhnung feiern“ zu erfassen, das von der Apostolischen Pönitentiarie am 23. und 24. Oktober 2026 veranstaltet wird. Die Initiative richtet sich an alle Gläubigen, insbesondere an die Laien, die sich dem Sakrament mit größerem Bewusstsein und neuer Begeisterung nähern möchten.
Uns auf Gott «einstimmen»
In Fortführung der Ausgabe von 2025, die der Gewissenserforschung besondere Aufmerksamkeit gewidmet hatte, befasst sich das Seminar in diesem Jahr eingehend mit dem Thema „Die contritio cordis: biblische, theologische und geistliche Grundlagen“.
«Unsere Sünden anzuerkennen bedeutet, uns auf Gott „einzustimmen“, uns mit ihm zu vereinen», erinnert Leo XIV. Sich einstimmen: Dieses Verb führt zum Herzen der Versöhnung, zur wiedergefundenen Einheit mit Gott. Die Apostolische Pönitentiarie widmet dem Sakrament zwei Tage der Vertiefung. Das Programm setzt bei der Heiligen Schrift an und führt durch theologische, geistliche und pastorale Überlegungen.
Am Freitag, 23. Oktober, spricht Kardinal Angelo De Donatis, Großpönitentiar, um 16.00 Uhr über Die biblischen Grundlagen der contritio cordis: Psalm 50. Um 17.00 Uhr wird Professorin Lodovica Maria Zanet von der Päpstlichen Universität der Salesianer eine erste Klärung des Verhältnisses zwischen Schuldgefühl, Bedauern, Reue und Zerknirschung vornehmen. Es folgen die Aussprache um 17.45 Uhr und der Abschluss des Tages um 18.00 Uhr.
Am Samstag, 24. Oktober, gibt Don Giuseppe Forlai vom Päpstlichen Römischen Priesterseminar um 9.15 Uhr Einen Blick zwischen Ost und West auf die Schritte wahrer Reue. Um 10.00 Uhr befasst sich Pater Jaime Emilio González Magaña SJ, Theologe der Apostolischen Pönitentiarie, mit der Wiedergutmachung als einem «Bauen auf Trümmern» und geht dabei auf die sakramentale und pastorale Dimension der Versöhnung ein. Nach den Zeugnissen um 11.00 Uhr und der Aussprache um 11.30 Uhr hält Monsignore Krzysztof J. Nykiel, Regent der Apostolischen Pönitentiarie, um 12.00 Uhr das Schlusswort.
Ein Schatz, der nicht ungenutzt bleiben darf
Leo XIV. weist auch auf ein Paradox hin: «Es ist, als bliebe der unendliche Schatz der Barmherzigkeit der Kirche „ungenutzt“» – aufgrund einer weitverbreiteten Unachtsamkeit, die nicht wenige Christen dazu veranlasst, dem Sakrament lange fernzubleiben.
Das Seminar bietet nun Gelegenheit, dieses Sakrament neu zu verstehen und zu leben. Die Teilnahme steht allen offen und ist kostenlos: Man kann entweder vor Ort im Saal der Hundert Tage des Palazzo della Cancelleria, Piazza della Cancelleria 1, teilnehmen oder das Seminar über YouTube online verfolgen. Die Vorträge werden auf Italienisch gehalten; für die Online-Teilnehmenden steht eine Simultanübersetzung ins Englische und Spanische zur Verfügung.
In beiden Fällen muss das Anmeldeformular ausgefüllt werden.
Leo XIV. hat darauf hingewiesen, was die Welt braucht: Hirten, die nicht nur Worte oder Programme anbieten, sondern «das lebendige Zeugnis eines versöhnten Herzens» und so «den Wohlgeruch der Heiligkeit Christi» verbreiten. Denn das Sakrament der Versöhnung, so erinnert er, ist eine «Werkstatt der Einheit»: Es stellt die Einheit mit Gott wieder her, schafft innere Einheit und Einheit mit der Kirche und fördert Frieden und Einheit in der Menschheitsfamilie.
Weitere Informationen über die Initiative finden sich auf der Website der Apostolischen Pönitentiarie.